Chapells Büro

Beitrag von Dan am 11.05.18 23:29

Chapells Büro
Vermutlich der Ort, der von allen Mitarbeitern der hiesigen Polizeidienststelle am meisten gemieden wird. Dan Chapell hält sein Büro äußerst ordentlich und wer es betritt, verpflichtet sich, diese Ordnung aufrecht zu erhalten, jeglichen Dreck draußen zu lassen und erst zu sprechen, wenn Dan dazu aufruft. Nur wenige Polizisten erblickt man hier häufiger, was primär damit zusammen hängt, dass es sich bei diesen um seine Teammitglieder handelt.
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Oberkommissar

Der gebürtig aus dem in Kanto gelegenen Vertania City stammende Oberkommissar schreibt bereits 28 Jahre und zeichnet sich durch ein abweisendes Verhalten aus. Er tritt den meisten Menschen ehrlich und direkt gegenüber, was ihm viele als Unhöflichkeit auslegen. Als Polizist ist er streng, doch das verschafft ihm nicht nur Angst, sondern vor allem Respekt.
Seine Pokémon befinden sich nie in ihren Bällen, vor allem aber sein Fukano Valor ist immer an seiner Seite zu entdecken.


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Tallulah & Co

my thoughts can't stabilize,
feelings I can't verbalize,
and all you have to say
is that it's gonna get better
but it never does

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Re: Chapells Büro

Beitrag von Dan am 11.05.18 23:30


Dan Chapell

Comming from „---“


#001 - Quest „Der Praktikant“




Sein Kiefer knackte – seine Ohren rauschten. In seiner Nase hing der Geruch heißen, schwarzen Kaffees, doch dieses Mal milderte es seine Laune keineswegs. Er hielt die Augen geschlossen und die verbrühten Hände gefaltet an seine Stirn, damit er seine Sinne beisammen hielt, während er, mit den Ellenbogen auf seinen Schreibtisch gestützt, versuchte, das Geplapper im Hintergrund zu überhören. Gerade war es egal, dass der kochend heiße Kaffee über seine Hände und seinen Schoß vergossen worden war, dass die Berichte, die er gerade fertigstellen konnte, nun in der dunklen Flüssigkeit schwammen und dass Yakira da hinten in der Ecke seines Büros unentwegt knurrte. Wichtig war nur die Wärme an seinen Füßen, die etwas stärker geworden war, denn sie und das Gefühl des weichen Fells halfen ihm dabei, nicht die Fassung zu verlieren. Sein Kiefer schmerzte, wie auch seine Hände schmerzten und er zwang sich, ruhig zu atmen. Es vergingen mehrere Minuten, er hörte das Gebrabbel dieses Stümpers kaum, ignorierte, dass er den Kaffee fortzuwischen suchte. Zu zählen, sagte man, half, aber das war eine Lüge. Letztlich konnte er ausatmen, tief, lange und die Hände entfalten und sich in seinem Stuhl zurück lehnen. Seine Augen öffneten sich wieder, doch bei dem Chaos, das er erblickte, wollte er am liebsten aufspringen und seinen Stuhl aus dem Fenster stürzen. Oder sich selbst, aber das war wohl die am wenigsten gute Wahl in dieser Situation. Wobei es wohl noch eine Spur unklüger wäre, statt sich selbst diesen Stümper durch das Glas hindurch in die Luft zu befördern und ihm beim freien Fall zuzusehen. Es half nichts – er musste irgendwie ruhig bleiben. Nun, sein Mundwerk zumindest, das war die Anweisung von oben gewesen – aber der Blick aus seinen blauen Augen hätte wohl jetzt jeden im Umkreis getötet, wenn dies denn möglich wäre. Der Praktikant, den er heute betreuen sollte, weil einer seiner Kollegen einer simplen Erkältung wegen abhanden gekommen war, gefror sofort zu einer Eissäule, rührte sich keinen Millimeter mehr und lief noch dunkler an, als er ohnehin schon war, sobald er den Blick des Polizisten auffing. Abermals knackte sein Kiefer – ruhig bleiben, sagte er sich, aber es war schwer.
„Ich mache das selbst.“, fauchte er schließlich regelrecht und Leben kam in den jungen Kerl vor ihm, der sofort mit tausenden Entschuldigungen auf den Lippen zurück trat. Dieser Kerl mit dem schiefen Haarschnitt und der schlecht sitzenden Krawatte hatte heute bereits so einiges angestellt. Das hier war die zweite Ladung Kaffee an diesem Tag, die seine Berichte vernichtete – die erste hatte einen Fallakte dunkelbraun eingefärbt. Dem nicht genug hatte er bereits sein Magnayen, Yakira, umgerannt, weil er das Unlichtpokémon, groß wie es war, offenbar nicht gesehen hatte, wie es mitten in der Tür stand, reglos, seit mehreren Minuten und in der kleinen Küche war dank dieses Stümpers auch bereits der Wasserhahn aus den Angeln gerissen, was sich im übrigen keiner erklären konnte. Davon abgesehen waren zwei von Dans Tassen zu Scherben verarbeitet worden und weil der Praktikant, dessen Namen er dankbarer Weise aus seinem Gedächtnis verbannt hatte, weil er sonst am Ende des Tages ganz sicher eine Akte anlegen würde, stets so unnötige, dumme Fragen stellte, war auch sein Vorrat an Zigaretten aufgebraucht, obwohl er im Büro eigentlich nie rauchte. Und dabei war es noch nicht einmal ganz Zeit für die Mittagspause.
Jetzt jedenfalls stand er auf, langsam, um sich zu zügeln, stapfte baren Fußes aus seinem Büro, zwang sich, die Hände nicht zu Fäusten zu ballen und lief in die Küche. Auf dem Weg dorthin begegnete er so ziemlich jedem seiner Kollegen, zumindest hatte es den Anschein, und alle wichen schnell zurück, damit es am Ende nicht sie waren, die seinen Zorn abbekamen. Er jedenfalls holte einen Lappen und zwei Rollen Küchenkrepp, nachdem er sich die Hände abgespült hatte, um zumindest ein wenig den Schmerz zu lindern. Die Handschuhe zog er, selbstredend, aus, doch er konnte seinen Handinnenflächen verbergen, selbst wenn ohnehin niemand in seiner Nähe stand. Mit den benannten Gegenständen bewaffnet kehrte er ins Büro zurück, wo der Praktikant auf den Boden blickte – glitzerte da etwas in seinen Augen? Hoffentlich nicht, das würde seine Laune nur noch verschlimmern. An den Schreibtisch tretend fegte er einmal alle Berichte, seinen Block und diversen Kleinkram von der Platte, die mehr oder minder gut gezielt im Papierkorb oder zumindest daneben landeten. Während er den Tisch reinigte, wählte er mit dem kleinen Telefon, das dort ebenfalls stand, die Kurznummer seines Vorgesetzten, legte aber auf, bevor dieser den Hörer abnehmen konnte. Das reichte für gewöhnlich, damit der Mann auf der anderen Seite der Leitung zu ihm gestapft kam. Bis das geschah war der Schreibtisch aber bereits sauber und trocken und sein Stuhl ebenfalls. Den Teppich würde er sicher nie wieder sauber bekommen und seine Hose würde er, in Gedenken an diesen phänomenal beschissenen Tag, vermutlich verbrennen. Er fing den gehässigen Blick seines Snobilikats auf, das, wie stets, auf dem Sims an der Wand hinter seinem Büro zu schlafen vorgab. Ein Blick unter den Schreibtisch in die ungewöhnlich blauen Augen des dort liegenden Fukanos beruhigte ihn schließlich aber doch ein wenig, sodass sein Blick nicht mehr ganz so tödlich war, als er endlich fertig wurde und das heute dritte und letzte Paar Handschuhe überzog.
„Yakira.“, sagte er dann einmal mit seiner tiefen, rauen Stimme und das Magnayen knurrte ein letztes Mal, ehe es an dem Praktikanten vorbei stürmte und sich zu dem Katzenpokémon auf den Sims bequemte – natürlich nicht, ohne das fremde Gesicht im Blick zu behalten. Dann ein Klopfen und ein bekanntes, mit roten Haaren umschlossenes Gesicht zeigte sich in seiner Tür, wo es gerade dabei war, die durchgelaufenen Schuhe auszuziehen. „Was ist?“, fragte er bissig und Callum trat kurz herein, um ihm eine Akte zu geben, wortlos wie immer. Dan legte sie ab, ihm entging nicht, dass der Rotschopf dem armen Tropf an der Tür bestärkend auf die Schulter klopfte. Oder mitleidig? Es war einerlei, dieser Tag würde jetzt enden, denn sonst gab es Tote. Der Polizist lehnte sich an den Schreibtisch und sofort kam Valor unter eben jenem hervor, nur um sich zu seine Füße zu legen. Vermutlich, um ihn davon abzuhalten, etwas dummes zu tun. „Dir ist bewusst, was kommt, richtig?“, fragte er dann mit einem Kratzen in der Stimme, das deutlich machte, dass er sich dazu zwang, nicht ausfallend zu werden. Ein Nicken, doch er sah fort. „Du hast nicht nur eine Fallakte, sondern auch all meine Berichte der letzten zwei Tage mit Kaffee getränkt, mein Pokémon mit deiner …“, er überlegte. Wie konnte man „Dummheit“ sagen, ohne eben dieses Wort zu benutzen? „… Unachtsamkeit zu Boden gerissen und zu allem Überfluss die Küche demoliert. Dem nicht genug kann ich gar nicht mehr zählen, welch …“, ein anderes Wort für „idiotisch“? „… unpassende und unkluge Fragen ich heute erstmalig, und hoffentlich auch zum letzten Mal in meinem Leben, gehört habe und du bist gerade einmal vier Stunden hier. Vier Stunden von einem Praktikum, das eine Woche andauern soll.“, er hörte bekannte Schritte. Endlich. „Du wirst dieses Büro verlassen und nie wieder betreten und sollte dir das Praktikum nach meiner heutigen Einschätzung nicht versagt bleiben, gibst du den Rest der Woche dein bestes, dich nicht von mir sehen zu lassen. Haben wir uns verstanden?“, endete er also mit einem deutlich schneidenderem Unterton als noch gerade eben. Er hatte endlich den Blick wieder zu dem Kerl gewandt, den er heute einweisen sollte und von dessen Gesicht tatsächlich krampfhaft zurückgehaltene Tränen zu Boden schlugen. Callum stand noch in der Tür, als sein Vorgesetzter endlich herein kam und erst Dan, dann den Praktikanten ansah, nur um dann abermals zu dem Oberkommissar zu schauen, der die Arme verschränkt hatte, um seine Fingernägel in seinem eigenen Fleisch zu vergraben. Sein Vorgesetzter wollte etwas sagen, nachdem er den Praktikanten mit einer Kopfbewegung aus dem Büro geschickt und die Tür geschlossen hatte, aber Dan schnitt ihm das Wort ab. Unhöflich? Allemal. Störte er sich daran? Mitnichten. „Ich will, dass dieser Kerl augenblicklich mein Büro, nein, das Stockwerk oder noch besser, diese Dienststelle verlässt. Ich muss, Dank ihm, mehrere Tage aufarbeiten und habe genug damit zu tun, diesen neuen Fall …“, er hielt die neue Akte hoch, die ihm Callum gebracht hatte. „… zu bearbeiten, als dass ich eine weitere versaute Hose und mehrere Stunden anstrengender Zusatzarbeit gebrauchen könnte. Ich bin Oberkommissar, habe in den letzten Jahren in dieser Region viele Fälle auch mit hohem Schwierigkeitsgrad für die Polizei von Hoenn gelöst und bin demnach nicht der Babysitter eines daher gelaufenen Schulabgängers, der sich vermutlich nicht einmal die eigenen Schuhe binden kann, ohne sich dabei die eigenen Finger abzuschnüren.“
„Oberkommissar Chapell -“
„Nein, ich bin noch nicht fertig. Er hat bei mehreren Kollegen, denen er eine Tasse Kaffe geholt hat, genau das gleiche fabriziert, wie bei mir. Er hat die Küche geflutet, meinen Teppich versaut, mein Pokémon umgerannt, so ziemlich jeden einzelnen meiner Nerven zerrissen, nein, regelrecht zerfetzt und ich habe den Mund gehalten. Doch ich verspreche, wenn ich diesen …“, jetzt nicht „Idioten“ sagen. „… Idioten …“, es hat nicht geklappt. Sei's drum. „… auch nur eine Minute länger ertragen muss, liegt seine Leiche spätestens morgen vor Ihrem Büro.“
Schweigen kehrte ein, sie maßen sich mit Blicken, doch letztlich musste sein Vorgesetzter nachgeben, denn er, Dan, hatte völlig recht. Jeder hier wusste, dass er nicht gerade den stärksten und längsten Geduldsfaden hatte und er hatte auch schon mehrere gestandene Polizisten aus dieser Dienststelle vergrault, nachdem sie höchstens eine Woche unter ihm gearbeitet hatten, sodass es regelrecht töricht war, ausgerechnet ihm diesen Praktikanten aufzubinden. Also nickte sein Vorgesetzter, endlich, und Dann konnte die Hände sinken lassen, um unbewusst zu demonstrieren, dass er sich mit seinen schwarz lackierten Fingernägeln bereits selbst verletzt hatte.
„Gut.“, sagte er, schnappte sich seine Tasche und trat an dem anderen Polizisten vorbei zur Tür, die er öffnete.
„Wohin gehen Sie?“, kam die geseufzte Frage.
„Ich ziehe mich um und dann kaufe ich Zigaretten. Und bis ich zurück bin, will ich hier niemanden mehr sehen.“, erklärte er, diesen Idioten von Praktikanten vor seiner Tür geflissentlich ignorierend und Callum, der ihm offenbar einige Taschentücher gereicht hatte, mit sich ziehend, da er sah, dass dieser bereits wieder Schuhe an hatte. „Und du kommst mit.“
Sicher hatte der Rtschopf die Akte längst gelesen, die er ihm gebracht hatte – sollte er ihm auf dem Weg zum Kiosk also ruhig erzählen, worum es ging. Umso länger konnte er nämlich von hier weg bleiben …






To be continued „Route 111“

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Der gebürtig aus dem in Kanto gelegenen Vertania City stammende Oberkommissar schreibt bereits 28 Jahre und zeichnet sich durch ein abweisendes Verhalten aus. Er tritt den meisten Menschen ehrlich und direkt gegenüber, was ihm viele als Unhöflichkeit auslegen. Als Polizist ist er streng, doch das verschafft ihm nicht nur Angst, sondern vor allem Respekt.
Seine Pokémon befinden sich nie in ihren Bällen, vor allem aber sein Fukano Valor ist immer an seiner Seite zu entdecken.


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